Demontagen und die Umstellung von der RM zur
DM gebracht. Man sprach in Südbaden damals vom "Notstandsgebiet
Blumberg."Neuansiedlungen von Firmen für die zugewiesenen
Flüchtlinge verhalfen den Menschen einen Wiederbeginn.
Es gab auch Hoffnung, die mitmenschlichen Kontakte auch durch
das Vereinsleben zu aktivieren. Nicht nur die fleißigen Menschen
der vielen Heimatvertriebenen bauten wirtschaftlich in der neuen
Heimat Blumberg etwas auf, sondern sorgten auch in den Vereinen
einen Ausgleich für den harten Alltagskampf zu schaffen.
Es ist zu bewundern, dass man sich für eine neue Sportart
begeisterte, obwohl man im Arbeitsalltag (damals gab es noch
die 48-Stunden-Woche) jede freie Minute für seine Existenz
nutzte. Viele Sportarten wählten eine Ressortabteilung
eines größeren Vereins. So war es auch beim TuS Blumberg,
dem Fußballverein, der eine Abteilung "Tischtennis" schon 1949
unterhielt, geleitet vom heutigen Ehrenvorsitzenden Paul Wullich.
Damals musste man noch bei der französ. Kommandantur in
Donaueschingen "um Erlaubnis" fragen, sich tischtennismäßig
zu organisieren (!). Die "Geburt" des eigenständigen Vereins
fand am 16. März 195O im ersten Vereinslokal- wie hätte
es damals anders sein können- dem "Saarstüble" statt.
Mit einfachsten Mitteln fing man etwas an, auf die Wege zu bringen,
denn Netze, Tische und Tischtennisbälle waren damals noch
Mangelware. Die damalige FDJ war für Blumberg Startbahn,
da in der "Freien Deutschen Jugend" eine TT-Platte vorhanden
war. 6 Spieler und eine Spielerin fanden sich zusammen, um eine
neue Sportart in Blumberg ins Leben zu rufen: Edeftraud Jakobs
(21J), Paul Wullich (23J), Erich Eisele (20J), Georg Maron (26J),
Heinz Ziegert (22J), Alfred Bausch (26J), Werner Koulmann (25J).
Jeder sparte eisern von den wenig verdienten Groschen, um sich
die TT-Utensilien zu kaufen, es war dafür "Top-ldealismus"
angesagt. Bereits nach einigen Monaten zählte man 50 Mitglieder.
Gründungsvorsitzender wurde Michael Joas, dreifacher Ressortminister
(2. Vorsitzender, Kassier, Schriftführer) der heute noch
aktive Paul Wullich* (73J) eine ämterfülle, die so
nicht mehr möglich wäre. Der damalige TTC Blumberg
wurde somit von 2 Personen gelenkt. In den letzten 50 Jahren
entwickelte sich aus dem reinen Gesellschaftsspiel Tischtennis
eine Sportart mit höchster Beliebtheit. Das "schnellste
Einzelballspiel der Welt" verlangt höchste körperliche,
geistige und nervliche Konzentration, wohl eine besondere Eigenart
dieser Sportart.
Ein Untrainierter, oft bei reinen Laien- oder Jedermannsturnieren
beobachtet, wird erschöpft ausscheiden, denn die Symbiose
von physischer und psychischer Leistung, in der Reaktions- und
Konzentrationsfähigkeit zeichnet das TT-Spiel gegenüber
manch einseitig durchgeführten anderen Sportarten aus.
Heute gibt es in Deutschland etwa 12000 TT-Vereine mit weit
über 700 000 Spieler(innen)n. |